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Zur Bautechnik der Gießhalle

Die Baumaße:

Länge43,97 m
Breite des Mittelschiffs7,85 m
Breite der Seitenschiffe je 7,20 m
Breite gesamt 22,25 m
Höhe bis zum First 12,07 m
Höhe der Rundsäulen bis
zur Oberkante der Kapitelle6,52 m

Nach einer Planungsphase von etwa vier Jahren begann der preußische Hüttenbauinspektor Althans den Bau eines neuen Hochofens und einer neuen Gießhalle, die im Jahre 1830 fertiggestellt wurde.

Errichtet wurde die Gießhalle dreischiffig, wie aus dem gotischen Kirchenbau bekannt, das Mittelschiff erhöht, die Seitenschiffe niedriger. Als Fensterband ist auf beiden Seiten des Mittelschiffs ein Obergaden angeordnet, der zur Beleuchtung sowie zur Be- und Entlüftung diente.

Getragen wird die Konstruktion ursprünglich von zwölf 6,5 m hohen Hohlsäulen mit dorischen Kapitellen. Darüber spannen sich in Längs- und Querrichtung Eisenbinder. Im ersten der sechs Joche vor dem Hochofen wurden zwei Fischbauchträger eingebracht. Diese tragen, in sechs Stahlbänder gebettet, die Gichtbühne, von der aus der Hochofen beschickt wurde.
Sämtliche bei der Hallenkonstruktion verwendeten Eisenteile wurden vor Ort gegossen und fast ohne Schrauben montiert.

Erst etwa ein Jahr vor der Vollendung der Gießhalle hatte Althans sich in Abweichung von der ursprünglichen Planung dazu entschieden, den Abschluss der Westfront nicht als Mauerwand mit Fenstern zu gestalten, sondern als Glasfront, wie wir sie heute noch erleben können.

Diese Abschlusswand der Westseite in ihrer seit 1830 bestehenden Form besticht durch ihre filigrane aus Eisenrippen und Glas geschaffene Ästhetik. Tom Peters sieht in seinem Buch „Building the Nineteenth Century“ (1996) in der Gießhalle der Sayner Hütte den Beginn einer Konstruktions- und Designentwicklung, die zu großen Eisen-Glas-Konstruktionen in Europa  führte.

International bisher bekanntere, aber nicht mehr existente Eisen-Glas-Bauten, bei denen vorgefertigte Eisen-Glas-Teile zur Verwendung kamen, wurden deutlich später als die Gießhalle der Sayner Hütte errichtet. Der berühmte Kristallpalast wurde erst für die im Jahre 1851 in London stattfindende Weltausstellung gebaut, die Galerie des Machines für die Pariser Weltausstellung von 1889
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